"Embark hatte etwas zu beweisen": Ehemaliger Nexon-Chef erklärte, warum die 'Battlefield'-Schöpfer dort erfolgreich waren, wo andere Studios scheiterten

"Embark hatte etwas zu beweisen": Ehemaliger Nexon-Chef erklärte, warum die 'Battlefield'-Schöpfer dort erfolgreich waren, wo andere Studios scheiterten

Artis Kenderik

Der ehemalige Nexon-CEO Owen Mahoney ist überzeugt: Der Erfolg von Embark Studios mit ARC Raiders und The Finals beruht nicht auf „Star-Lebensläufen“, sondern darauf, dass das Team tatsächlich etwas Neues schaffen wollte und nicht alte Formeln für Investoren wiederholen wollte.

In einem Interview mit The Game Business verglich Mahoney Embark mit anderen Studios, die aus Top-Veteranen bekannter Franchises zusammengestellt wurden – zum Beispiel den Machern des gescheiterten Concord. Und seiner Meinung nach liegt der entscheidende Unterschied darin, dass die Entwickler von ARC Raiders „ein Spiel machten, das sie selbst brauchten.“

Wir haben das Unternehmen nicht gekauft, weil es einmal ein gutes Spiel gemacht hat. Das funktioniert nicht. Studios sind Menschen. Wenn sie nicht leidenschaftlich bei der Sache sind, wird keine Marke sie retten.
— Owen Mahoney

Mahoney erinnerte sich daran, dass er seit den EA-Zeiten mit Patrick Söderlund zusammenarbeitete und sah, wie er und sein Team „vor Verlangen brannten“, mit Battlefield aufzuhören und zu beweisen, dass sie zu etwas anderem fähig sind.

Seiner Meinung nach hatte Embark eine Motivation, die bei modernen AAA-Studios selten ist – sie mussten nicht den Aktionären Bericht erstatten, sondern hatten kreative Ambitionen:

Sie waren müde von Battlefield und wollten etwas Neues schaffen. Sie hatten etwas zu beweisen.
— Owen Mahoney

Mahoney kritisierte auch Embracers industrielle Herangehensweise, bei der Studios im Paket gekauft wurden – was seiner Meinung nach zwangsläufig zum Zusammenbruch führte:

Investoren zählen Zahlen in Präsentationen, diskutieren Datenbank- und Telefonie-Integrationen. Und alles, was tatsächlich Wert schafft – das vergessen sie.
— Owen Mahoney

Seiner Ansicht nach gelang Embark der Erfolg, weil ihnen die Freiheit gegeben wurde, es zu versuchen, Fehler zu machen und das Spiel um das zu bauen, was die Entwickler selbst interessiert. Nicht um das, was „verkauft werden sollte“.

Auf Steam hält ARC Raiders derzeit eine sehr hohe Bewertung – 89 % positive Rezensionen bei über 150.000 Bewertungen. Die Spieler loben das Spiel am häufigsten für Atmosphäre, visuellen Stil, Sound, Waffen-Feeling und die Tatsache, dass jeder Raubzug unvorhersehbar wirkt. Viele bemerken, dass das Projekt überraschend gut für UE5 optimiert ist und „beim Start nicht auseinanderfällt“, was im Jahr 2025 an sich schon selten ist. Gleichzeitig gibt es viel Kritik: Ein Teil des Publikums beklagt aggressives PvP, plötzliche Tode durch andere Spieler, Bugs, Abstürze und Momente, in denen PvE und PvP zu heftig aufeinandertreffen. Dennoch sind sich die meisten einig – das Spiel macht süchtig, und ein erfolgreich durchgeführter Raubzug gibt so eine Dosis Adrenalin, dass man immer wieder zurückkehren möchte.

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