Über 70 % der ChatGPT-Nutzer in den USA haben ihre Startseite von Google übernommen

Über 70 % der ChatGPT-Nutzer in den USA haben ihre Startseite von Google übernommen

Arkadiy Andrienko

Laut aktuellen Forschungsdaten verwandelt sich der ChatGPT-Chatbot aktiv von einem ergänzenden Tool in den Ausgangspunkt für die digitale Aktivität der Nutzer. Eine Umfrage, die von der Bango-Plattform durchgeführt wurde, hebt diesen Wandel im Online-Verhalten hervor, wobei die Mehrheit der Befragten ChatGPT in ihre täglichen digitalen Routinen integriert hat.

Erstaunliche 72% der Befragten haben ChatGPT als ihre Startseite in Desktop- und mobilen Browsern festgelegt. Das bedeutet, dass sie beim Start ihres Browsers als Erstes die Benutzeroberfläche des Chatbots sehen, nicht eine traditionelle Suchmaschine. Darüber hinaus haben 78% der Nutzer ein ChatGPT-Widget auf ihrem Smartphone oder Tablet-Startbildschirm hinzugefügt, was den sofortigen Zugriff auf den Dienst erleichtert, ohne einen Browser öffnen zu müssen. Dieses Verhalten signalisiert einen Fokuswechsel von Suchmaschinen hin zur direkten Interaktion mit künstlicher Intelligenz.

Die Studie zeigte auch die Bereitschaft der Nutzer für ein tieferes Engagement mit der Plattform. 74% der Befragten äußerten die Bereitschaft, direkt über die ChatGPT-Oberfläche einzukaufen, während 72% erwarten, dass sie eigenständige Apps seltener nutzen, da Dienste wie Spotify, Karten und mehr bereits innerhalb des Chatbots zugänglich sind. Darüber hinaus gaben 75% der Befragten an, dass sie alle ihre täglichen digitalen Aufgaben lieber ohne Verlassen von ChatGPT erledigen würden. Dies deutet auf den Wunsch der Nutzer hin, digitale Aktivitäten innerhalb einer einzigen Umgebung zu konsolidieren, anstatt ständig zwischen zahlreichen Apps und Diensten zu wechseln.

Interessanterweise beginnen die Nutzer, ChatGPT ähnlich wie Streaming-Dienste in Bezug auf ihr Abonnementmodell wahrzunehmen. Obwohl die traditionelle Google-Suche weiterhin ein erhebliches Anfragevolumen bearbeitet, könnte dieser Wandel im Nutzerverhalten die Grundlagen beeinflussen, wie das digitale Ökosystem funktioniert. Es geht nicht mehr nur darum, wer in den Suchergebnissen an erster Stelle steht, sondern darum, welche Quellen und Empfehlungen die KI in einem Gesprächsmodus bereitstellt.

Für Werbetreibende, Entwickler und Inhaltsanbieter bedeutet dies die Notwendigkeit, sich an neue Regeln für die Informationsverteilung anzupassen. Anstatt für Suchalgorithmen zu optimieren, könnte es notwendig werden, für KI-Assistenten zu optimieren, die Informationen aggregieren und den Nutzern präsentieren. Die Forschung deutet auf die Bildung einer neuen digitalen Gewohnheit hin, bei der künstliche Intelligenz die primäre Schnittstelle für die Interaktion mit der Online-Welt wird.

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