Windows 11 hat beschlossen, von Grund auf neu geschrieben zu werden: Microsoft startet intern das Projekt K2
Arkadiy Andrienko
Nach mehreren Jahren, in denen Microsoft aggressiv KI-basierte Funktionen vorangetrieben hat, die die Nutzer genervt und Ressourcen verschlungen haben, hat das Unternehmen eine große interne Initiative gestartet, um den Ruf von Windows 11 wiederherzustellen. Laut Insidern von Windows Central trägt das Projekt den Codenamen Windows K2, und dies ist kein einmaliger Versuch, sondern eine vollständige Überarbeitung der Entwicklungsabläufe.
Das Hauptziel, das Pavan Davuluri, der Leiter von Windows, den Teams gesetzt hat, ist ernüchternd: Vertrauen zurückgewinnen. Das Unternehmen hat erkannt, dass im Wettlauf um die Integration von KI-Assistenten und fragwürdigen Widgets die grundlegenden Prinzipien, die die Plattform beliebt gemacht haben — Geschwindigkeit und Stabilität — verletzt wurden. K2 basiert auf drei Schlüsselstützen: reine Leistung, Codequalität und Zuverlässigkeit. Um sicherzustellen, dass dieser Ansatz nicht nur ein Slogan auf Papier bleibt, führt Microsoft eine strenge Regel ein: Keine neue Funktion wird in Insider-Bauten aufgenommen, bis sie strenge Qualitätsprüfungen bestanden hat.
Microsoft gibt zu, dass Windows 11 nicht nur gegenüber Drittanbieter-Distributionen, sondern auch gegenüber seinem eigenen Vorgänger an Geschwindigkeit verliert. Mängel wurden in der Geschwindigkeit der UI-Darstellung, der Leistung des Datei-Explorers und FPS-Einbrüchen in Spielen dokumentiert. Als Maßstab zur Behebung von Explorer-Problemen wird eine Drittanbieter-App namens File Pilot — bekannt für blitzschnelle Navigation im Dateisystem — verwendet.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Gaming, da Entwickler Valve’s SteamOS offen als den Goldstandard angesehen haben. Laut Schätzungen von Microsoft wird es zwei bis drei Jahre grundlegende architektonische Überarbeitungen dauern, um im Gaming-Bereich auf identischer Hardware mit der Konkurrenz aufzuholen und PC-Spieler zurückzugewinnen. Dies ist kein „Patch Tuesday“ — es ist eine schrittweise Überarbeitung der OS-Schichten, die für Grafik und I/O verantwortlich sind.
Auch an lästigen Kleinigkeiten, die die Benutzererfahrung seit Jahren ruinieren, wird gearbeitet. Große Systemupdates sollen nicht mehr als einmal im Monat einen Neustart erfordern, und Treiberupdates werden nicht mehr abrupt den Arbeitsablauf unterbrechen. Darüber hinaus ist geplant, Werbung und aufdringliche Empfehlungen aus dem Startmenü zu entfernen. Der schwierigste Teil des K2-Plans könnte nicht die Code-Optimierung, sondern die Einbindung der Community und der Wandel der internen Kultur sein — von den Ingenieuren wird nun erwartet, dass sie öffentlicher werden: direkt auf Kritik in sozialen Medien und Foren reagieren. Die Praxis von persönlichen Treffen und Fokusgruppen mit Teilnehmern des Vorschauprogramms wird wiederbelebt.
Die Initiative ist auf lange Sicht angelegt — sie hat kein spezifisches Abschlussdatum. Im Wesentlichen ist K2 ein Satz von Prinzipien, nach denen alle Teams, die am Aufbau des Betriebssystems beteiligt sind, jetzt leben müssen. Die ersten Ergebnisse dieser „Bereinigung“ werden in den kommenden Monaten in öffentlichen Testversionen erscheinen, aber spürbare Änderungen in den Release-Versionen sollten nicht vor Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet werden.
Was denken Sie? Kann Microsoft diesen Rehabilitationskurs beibehalten, oder werden Marketingdruck die Entwickler erneut vom Weg abbringen? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren.

