“Gaming” PC in der Größe eines Kaugummis: YouTuber betreibt PS1 und Minecraft auf einem 15 $ Board
Arkadiy Andrienko
YouTube-Blogger vom Kanal Lecctron wollte herausfinden, wie klein ein Gaming-Computer sein kann, der tatsächlich Spiele ausführt. Am Ende baute er ein funktionierendes System auf einer Raspberry Pi Zero 2 W-Platine und gab etwa 15 $ (ca. 1.000 Rubel) aus. Das Gerät passt leicht in die Tasche und kann dennoch PlayStation 1-Emulatoren und sogar
Minecraft
bewältigen. Die Raspberry Pi Zero 2 W-Platine misst 65×30 mm – ungefähr die Größe einer Packung Kaugummi oder eines Ohrhöreretuis. Im Inneren befindet sich ein Quad-Core ARM Cortex-A53 mit 1 GHz, eine VideoCore IV GPU und 512 MB RAM. Zum Vergleich: Die PlayStation 3 hatte ebenfalls 512 MB RAM, aber leider wird dieser „Gaming“-PC keine PS3-Spiele ausführen. Der Autor des Projekts gibt zu, dass er auch mit noch kleineren Platinen hätte arbeiten können, aber diese würden nicht als regulärer PC funktionieren, da sie keinen Videoausgang für einen Monitor haben. Die Raspberry Pi Zero 2 W stellte sich als die kleinste Platine heraus, die immer noch als vollwertiger Desktop verwendet werden kann. Die Raspberry Pi hat einige sehr ungewöhnliche Geräte, wie den PocketTerm35 tragbaren Computer.
Tests zeigten überraschend gute Ergebnisse für ein 15 $-Gerät: Minecraft Pi Edition läuft mit etwa 60 FPS im Kreativmodus. Die PS1-Emulation ist nahezu fehlerfrei – DOOM, Wipeout XL, Silent Hill, Tomb Raider, Final Fantasy IX laufen alle reibungslos ohne merkliche Einbrüche.
Die Dinge werden kniffliger mit Nintendo 64: The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Majora's Mask starten zwar, frieren aber gelegentlich ein. Die N64-Emulation ist traditionell schwerer als die PS1, daher ist das zu erwarten. Die PSP-Ergebnisse sind gemischt: Einfache 2D-Spiele wie LocoRoco liefern stabile 60 FPS, LittleBigPlanet (2.5D) läuft mit seinen nativen 30 FPS, während Wipeout Pulse kaum 15–20 FPS erreicht. Tomb Raider: Legend brachte das System schließlich zum Erliegen: 9 FPS in statischen Szenen und schwarze Artefakte auf dem Bildschirm.
Der schmerzhafteste Teil war die Einrichtung des PSP-Emulators. Der Blogger probierte fünf verschiedene Methoden aus, und nur die sechste funktionierte – der gesamte Prozess dauerte anderthalb Stunden. Es stellte sich auch heraus, dass die Platine so leicht ist, dass sie ständig vom Tisch rutscht, und er sich daran gewöhnen musste, sie an Ort und Stelle zu halten. Die Raspberry Pi Zero 2W wird keinen Gaming-PC ersetzen, aber für 15 $ ist es ein funktionales System, das PS1, einen Teil der PSP-Bibliothek und eine ältere Version von Minecraft ausführt.
Würdest du einen Mini-PC wie diesen für Retro-Spiele bauen, oder hast du bereits etwas Ähnliches ausprobiert? Lass es uns in den Kommentaren wissen.