Burn With Me Vorschau – Ein gemütliches Horrorspiel über Dämonen und Kartenrituale
In Burn With Me müssen Studierende der arkanen Künste nicht nur gewöhnliche Fächer meistern, sondern auch dunkle Rituale. Dieser kartenbasierte Roguelike verbindet ein an Balatro erinnerndes Wertungssystem mit Deckbuilding-Mechaniken und erzählerischen Elementen. Ihr spielt sprechende Tiere, die bereit sind, Kobolde und Dämonen zu beschwören, um sich ihre geheimsten Wünsche zu erfüllen.
Plattform: PC (Intel Core i5-9400F, AMD Radeon RX 6600, 16 GB RAM);
Spielzeit: 5 Stunden.
Systemanforderungen:
Minimum: 2,5-GHz-Prozessor, 2 GB VRAM, 4 GB RAM.
Handlung und Schauplatz
Zu Beginn der Geschichte macht ein Professor die Studierenden mit dem Ritual vertraut, einen persönlichen Dämon zu beschwören – ein Wesen, das seinem Meister den sehnlichsten Wunsch erfüllen kann. Der Haken: Das Ergebnis fällt selten so aus, wie sich die beschwörende Person das vorgestellt hat.
Im ersten Kapitel begleiten wir Alan. Er hat einen dämonischen Arm und möchte seinen normalen Körper zurück. Während seines Studiums stellt sich heraus, dass Alan ein Naturtalent in Sachen Okkultismus ist: Das Wissen fällt ihm leicht, und die Rituale hat er schnell gemeistert. Am Ende des Kapitels beschwört Alan einen Dämon und erhält, worum er gebeten hat – sein Körper sieht äußerlich wieder normal aus. Doch das ist nur eine Illusion: Aus einem bestimmten Blickwinkel lässt sich für den Bruchteil einer Sekunde erkennen, dass sein Körper vollständig dämonisch geworden ist.
Insgesamt sind sechs Kapitel geplant. Schon im ersten wird deutlich, welches Thema die Entwickler weiterverfolgen wollen: Ein erfüllter Wunsch kann sich als etwas ganz anderes entpuppen, als die beschwörende Person erwartet hat.
Gameplay: Karten und Verbrennen
Im Mittelpunkt steht ein Pentagramm aus fünf Karten: In jeder Runde müsst ihr eine bestimmte Punktzahl erreichen. Bei der Wertung erinnert das Spiel an das bereits erwähnte Balatro, auch wenn die Karten selbst anders funktionieren. Jede Karte hat eigene Werte und Effekte: Manche interagieren mit benachbarten Karten, andere verändern direkt die Punktzahl oder wirken sich auf eure Handkarten aus. Dadurch ähnelt Burn With Me eher einem Deckbuilder mit mehreren möglichen Strategien (wenn ihr Roguelikes mögt, werft auch einen Blick auf unsere Liste der 35 besten Roguelikes).
Euer Deck baut ihr nach und nach auf. Zu Beginn jeder Runde bietet das Spiel zufällig drei Karten an, von denen ihr eine auswählt. Nach Ende der Runde kommt sie zu eurem Deck. Jedes Kapitel beginnt mit einem Grundset, das ihr im weiteren Verlauf nach und nach an die Strategie anpasst, die sich beim Spielen herauskristallisiert. Hier zeigt sich die erste spürbare Portion Zufall: Die Karte, die ihr gerade braucht, ist möglicherweise gar nicht unter den drei angebotenen (wenn ihr Spiele mit ungewöhnlichen Mechanikkombinationen mögt, lest auch unsere Vorschau zu Trainwatch).
Die namensgebende Mechanik hängt mit dem Ziehen von Karten zusammen. Um eine neue Karte zu ziehen, müsst ihr eine Karte aus eurer Hand verbrennen – danach ist sie für immer verloren. Manche Karten erhalten zusätzliche Effekte, wenn sie verbrannt werden. Sie zu zerstören kann sich also durchaus lohnen, doch die gezogene Karte wird zufällig ausgewählt. Für sich genommen funktioniert das System gut, aber auf hohem Schwierigkeitsgrad häufen sich die Zufallsfaktoren aus mehreren Quellen und haben deutlich größeren Einfluss auf den Ausgang.
Jedes Kapitel umfasst 12–14 Runden, etwa auf halber Strecke gibt es einen Checkpoint. Bei einer Niederlage schickt euch das Spiel dorthin zurück – oder an den Kapitelanfang, falls ihr ihn noch nicht erreicht habt. Auf hohem Schwierigkeitsgrad müsst ihr mehr Punkte erzielen, und genau dann fallen diese Faktoren stark ins Gewicht: die angebotenen Karten für euer Deck, eure Starthand und die zufällige Karte, die ihr beim Ziehen verbrennen müsst. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad stört all das kaum – meist erreicht ihr die erforderliche Punktzahl auch mit ein paar Fehlern.

Eine Runde mit schlechtem Ergebnis lässt sich teilweise durch die Sanity-Mechanik abfedern – dargestellt als gläsernes Herz in der unteren rechten Bildschirmecke. Mit gesammelten Sanity-Punkten füllt es sich mit blauer Energie. Für je drei Punkte über dem erforderlichen Wert erhaltet ihr einen Sanity-Punkt: Bei einem Ergebnis von 18/15 gibt es zum Beispiel einen Punkt. Bis zu zehn davon könnt ihr speichern. Die Mechanik macht schlechte Runden nicht ungeschehen, hat mich aber mehr als einmal aus der Patsche geholt, wenn ich eine ungünstige Hand bekommen hatte.
Welchen Wunsch würdest du deinem persönlichen Dämon äußern?
Jedes Kapitel bringt neue Ansätze
Die Kapitel unterscheiden sich nicht nur durch die Handlung, sondern auch durch die verfügbaren Karten. Im ersten dreht sich vieles um Karten, die mit ihren Nachbarn interagieren. Im zweiten kommen Karten hinzu, die anderen Karten Werte stehlen und deren Effekte aufheben können. Im dritten wird das Verbrennen zu einem festen Bestandteil der Strategie: Ein Phönix kehrt zum Beispiel nach dem Verbrennen in der nächsten Runde mit erhöhter Stärke zurück.
Die gesamte Geschichte auf normalem Schwierigkeitsgrad abzuschließen dauerte ein paar Stunden. Für einen erneuten Durchlauf eines Kapitels auf hohem Schwierigkeitsgrad brauchte ich ungefähr genauso lange (wenn ihr Lust auf kurze, düstere Geschichten für einen Abend habt, schaut euch unsere Liste der 37 besten kurzen Horrorspiele an).
Grafik und Sound
Am auffälligsten verschmelzen handgezeichnete Kunst und Realfilm in der animierten Hand, die fast jede eurer Aktionen begleitet. Eine neue Karte erhalten, eine Karte vom Deck ziehen oder einen Sanity-Punkt verdienen – jedes Mal reagiert die Hand mit einer eigenen Geste. Ihr könnt auch selbst auf sie klicken. Sie wurde offensichtlich mit einer echten Hand gefilmt und anschließend stilisiert, damit sie zum handgezeichneten Gesamtlook des Spiels passt. Das Ergebnis ist ein skurriles Detail, das die merkwürdige Atmosphäre von Burn With Me wunderbar unterstreicht.
Die Atmosphäre des Spiels lässt sich als „gemütliches Grauen“ beschreiben. Dämonen, Okkultismus und düstere Rituale sind zwar allgegenwärtig, dienen aber eher dem Aufbau eines ungewöhnlichen Schauplatzes, als dass sie euch tatsächlich erschrecken oder anekeln sollen. Die Szenen sind vertont, außerhalb der Dialoge läuft Jazz. Allerdings ist mir nach dem Durchspielen keine der Musikstücke im Gedächtnis geblieben.
Wie viele zufällige Ereignisse bist du bereit in einem Kartenspiel zu tolerieren?
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Burn With Me erscheint am 12. Oktober für PC. Daniel Mullins, der Schöpfer von Inscryption, hat dem Spiel bereits seinen Segen gegeben. Sein Urteil fiel kurz aus: Es hat ihm sehr gefallen! Das erste Kapitel steht kostenlos als Demo zur Verfügung, sodass ihr euch schon vor der Veröffentlichung selbst ein Bild machen könnt.
Unterm Strich ist Burn With Me ein kleines kartenbasiertes Roguelike für ein paar Abende, das weniger auf spielerische Tiefe als auf seine ungewöhnliche Mischung aus Mechaniken, Atmosphäre und Geschichte setzt. Auf normalem Schwierigkeitsgrad hat mir das Spiel einen angenehmen Eindruck hinterlassen, auf hohem Schwierigkeitsgrad haben mehrere Zufallsfaktoren jedoch schon zu viel Einfluss auf den Ausgang. Wenn ihr kompakte Roguelike-Deckbuilder mögt, die sich an ein oder zwei Abenden durchspielen lassen, solltet ihr die Demo unbedingt ausprobieren. Und vielleicht später auch das vollständige Spiel.


