S.O.N.A.R.-Vorschau — Wohin willst du von einem U-Boot aus schon gehen?!
Das Friendslop-Genre erobert die Gaming-Welt im Sturm. Nach dem Erfolg von Among Us und Lethal Company ist eine ganze Welle kooperativer Spiele entstanden, die bewusst auf tollpatschige Physik und Animationen, einen leichten Einstieg und möglichst absurde Situationen setzen. Anfangs war „Friendslop“ eher als Beleidigung gemeint und bezeichnete billige Spiele mit primitiver Grafik. Doch schnell stellte sich heraus: Gemeinsam einen Berg zu erklimmen, wie in PEAK, Rätsel zu lösen, wie in Big Walk, oder mit einer Schrotflinte zu angeln, wie in How to Fish, ist überhaupt nicht albern – es macht einfach richtig Spaß. Vor allem in guter Gesellschaft.
Wir konnten eine Demo des kommenden Friendslop-Spiels S.O.N.A.R. ausprobieren: In diesem U-Boot-Koop-Simulator müssen Spieler auf engstem Raum gemeinsam überleben, Brände an Bord löschen, Torpedos abfeuern und sich gegenseitig eine scheuern. Finden wir heraus, wie viel Spaß das wirklich macht.
Plattform: PC (Ryzen 7 8700F, NVIDIA RTX 5060, 32 GB RAM);
Spielzeit: 2 Stunden.
Kapitän, wir sinken!
Wie andere Friendslop-Spiele verbindet S.O.N.A.R. Ernstes mit Absurdem. Zu den ernsten Elementen gehören die Aufgabenverteilung beim Steuern des U-Boots, ähnlich wie in Barotrauma, und die detaillierte Bedienung der Instrumente, wie in Iron Nest: Heavy Turret Simulator.
Auch der Entwickler ist ernst zu nehmen (zumindest nach Friendslop-Maßstäben): das spanische Studio Abylight Barcelona, das auf eine 20-jährige Geschichte zurückblickt und für das Militär-Tycoon-Spiel One Military Camp sowie die Städtebausimulation Citadelum bekannt ist. Die Entwickler verrieten, dass S.O.N.A.R. (man höre und staune!) mit offizieller Unterstützung der spanischen Marine entsteht. Diese gewährte ihnen Zugang zu technischer U-Boot-Dokumentation und ließ sie an Bord eines echten U-Boots, um Geräusche aufzunehmen und die Instrumente zu studieren.
Aber keine Sorge: All das macht aus dem Spiel keine ernsthafte Survival-Simulation. Nicht umsonst buchstabieren die Entwickler den Titel als Submarine Operators Not Actually Ready aus. S.O.N.A.R. orientiert sich an Overcooked! und Lethal Company: Im Mittelpunkt stehen nicht Realismus, sondern Humor und Chaos. Kein Wunder, dass Friendslop oft auch Chaos-Koop genannt wird.
Welche Rolle wählst du normalerweise in Koop-Spielen?
Die schlechteste Crew der Marinegeschichte
Das grundlegende Spielprinzip von S.O.N.A.R. ist denkbar einfach: Die Spieler müssen ihr U-Boot über Wasser halten und gleichzeitig Kampf- und Aufklärungsmissionen erledigen – feindliche Schiffe mit Torpedos angreifen, Schätze suchen, gegnerischen Radaren entkommen und Handelsschiffe eskortieren.
Damit das U-Boot nicht untergeht, muss die Crew die Instrumente bedienen – und zwar nicht einfach nur einen Knopf drücken, sondern Kippschalter umlegen, Ventile drehen, den Druck ausgleichen und komplexe Sonarsysteme kalibrieren. Es gibt neun Stationen, darunter den Navigationsplatz, an dem man bei völliger Dunkelheit den Kurs festlegen muss, das Sonar zum Absuchen der Tiefe, das Periskop zur Beobachtung der Oberfläche und die Torpedostation.
Auf einem echten U-Boot werden all diese Kampfaufgaben von einer Crew aus Dutzenden Personen erledigt, die jeweils ihren eigenen Zuständigkeitsbereich haben. In S.O.N.A.R. besteht die Besatzung jedoch aus höchstens vier Leuten, die neun Stationen abdecken müssen (in der Demo muss man ohne Freunde alles allein erledigen). Also rennt man ständig von Station zu Station, um Lecks zu stopfen, feindlichen Torpedos auszuweichen und den Sauerstoffstand im Auge zu behalten. Natürlich findet das Team mit der Zeit heraus, wer was übernimmt – ruhiger oder weniger chaotisch wird es dadurch aber nicht.

Panik ist die wichtigste Quelle für den Spielspaß. Auf dem U-Boot geht ständig etwas kaputt, und für Reparaturen bleibt kaum Zeit. Unter diesen Bedingungen verwechselt man zwangsläufig Knöpfe, flutet versehentlich das Boot und brüllt ins Mikrofon: „Mayday! Rettet euren Kapitän, ihr Landratten!“ Der Sprachchat berücksichtigt übrigens die Entfernung (Proximity Chat): Wie gut man einander hört, hängt davon ab, wo auf dem U-Boot sich die Spieler befinden. Wie bei der echten Marine muss man sich also daran gewöhnen, laut, schnell und knapp Meldung zu machen. Seinem Crewmitglied kann man seine Gefühle nicht nur mit deutlichen Worten zeigen, sondern auch mit einer ordentlichen Ohrfeige – ebenfalls wie bei der echten Marine (ich hoffe, das war ein Scherz!).
Für welches Einzelspieler-Spiel wünschst du dir am meisten einen Koop-Modus?
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Wie die Abendnachrichten ist S.O.N.A.R. ein hervorragender Simulator für Stress, Panik und Chaos. Genau darum geht es – wie bei jedem Friendslop-Spiel. Die Demo ist recht kurz und zeigt nur die Anfangsinhalte. Glaubt man den Versprechen der Entwickler, bietet die Vollversion jedoch kompetitiven Mehrspieler (zwei Teams treten U-Boot gegen U-Boot gegeneinander an), einen Überlebensmodus, ein System für Stress und Krankheiten der Crew, Ranglisten und zahlreiche Optionen zur Charakteranpassung. Wie die Entwickler scherzhaft sagen: „Wenn du unter Wasser schon schreckliche Entscheidungen triffst, kannst du dabei wenigstens stilvoll aussehen.“
Schon jetzt ist klar: S.O.N.A.R. lohnt sich weder allein noch mit Fremden. Das Spiel ist für eine gut eingespielte (oder auch nicht) Freundesgruppe gedacht – nur so macht es wirklich Spaß.
In der Zwischenzeit sollten wir schon mal den Champagner bereitlegen, der traditionsgemäß am Rumpf zerschellt. Am 29. Oktober 2026 verlässt das S.O.N.A.R.-U-Boot das Trockendock und sticht zu seiner Jungfernfahrt in See.

