Erste Tests zum iPhone Duo: Apples Foldable im Für und Wider
Im Frühherbst 2026 trat Tim Cook als CEO von Apple zurück und übergab das Amt an John Ternus. Viele Experten, Medien und gewöhnliche Nutzer sahen darin den Beginn einer neuen Ära für das Unternehmen – einer Ära, die technologische Durchbrüche oder zumindest Lösungen für bestehende Probleme bringen sollte.
Doch das Symbol des Wandels – Apples erstes großes Produkt unter Ternus – war für viele überraschend das faltbare iPhone Duo. Warum überraschend? Faltbare Smartphones sind seit Jahren auf dem Markt. Statt etwas grundlegend Neues zu schaffen, schloss sich Apple einfach anderen Herstellern wie Samsung und Huawei an, die bereits mehrere Generationen solcher Geräte herausgebracht haben. Andererseits war Apple selten das erste Unternehmen, das neue Technologiebereiche erschloss. Häufiger greift es eine bereits bekannte Idee auf und macht daraus ein massentaugliches, profitables Produkt – genau das geschah bei Touchscreen-Smartphones, Tablets und Smartwatches.
Ist diese Strategie diesmal aufgegangen? Sehen wir uns an, wie Experten und gewöhnliche Nutzer das faltbare iPhone Duo aufgenommen haben.
Die technischen Daten des iPhone Duo im Überblick
Apple wäre nicht Apple, wenn das Unternehmen die Vorstellung eines auf dem Papier gewöhnlichen faltbaren Smartphones nicht zu einer Show machen würde. Das iPhone Duo wurde am 9. September 2026 vorgestellt, als Erscheinungstermin wurde der 23. Oktober angesetzt und die Vorbestellungen starteten am 16. Oktober. So konnten Journalisten das Gerät bereits vor dem Eintreffen der ersten Exemplare in den Geschäften testen, und die frühen Medienberichte heizten das öffentliche Interesse deutlich an.

Was bietet Apple Käufern also tatsächlich? Wie bereits erwähnt, ist das Konzept faltbarer Smartphones alles andere als neu. Als das iPhone Duo auf den Markt kam, hatten andere Hersteller die Idee bereits jahrelang weiterentwickelt, aber den grundlegenden Kompromiss nie auflösen können: Käufer erhalten mehr Bildschirmfläche, müssen dafür aber eine komplexere Bauweise, einen höheren Preis und zusätzliche Einschränkungen in Kauf nehmen. Auch Apple löst diesen Zielkonflikt nicht.
Zugeklappt bietet das Duo ein 5,4-Zoll-Außendisplay; aufgeklappt kommt ein 7,6-Zoll-OLED-Innendisplay zum Vorschein. Das Design folgt Apples üblichem Muster: ein Titangehäuse, eine glänzende Oberfläche und zwei Farbvarianten – Star White und Night Sky. Das eigentliche Highlight des Geräts ist das Scharnier, das die beiden Hälften verbindet. Es besteht aus mehr als hundert Komponenten und verfügt über interne Stützelemente, die das Gehäuse stabil halten sollen.

Für die Leistung sorgt Apples eigener A20-Pro-Chip. Die beiden Akkus sollen bis zu 44 Stunden Videowiedergabe auf dem Außendisplay und bis zu 31 Stunden auf dem Innendisplay ermöglichen. Auf der Rückseite befinden sich zwei 48-Megapixel-Kameras – eine Hauptkamera und eine Ultraweitwinkelkamera.
Zugeklappt passt das iPhone Duo in die Tasche; aufgeklappt eignet es sich zum Lesen, Spielen, Videoschauen und gleichzeitigen Nutzen mehrerer Apps. Die Frage ist, wie oft Besitzer diese zweite Konfiguration tatsächlich verwenden werden – und ob Apple Käufer schon zum Verkaufsstart davon überzeugt hat, dass Jahre nach dem ersten Aufkommen faltbarer Smartphones ausgerechnet sein Modell die beste Wahl ist.

Vorbestellungen: Knappheit als Marketingstrategie
Apples Marketingabteilung versteht ihr Handwerk. Die Vorbestellungen für das iPhone Duo starteten am 16. Oktober, und die angegebenen Lieferzeiten verschoben sich fast sofort nach hinten. US-Käufer, die die erste Bestellwelle verpasst hatten, mussten am 19. Oktober bereits mit Wartezeiten bis in den Januar 2027 rechnen. Auch im Vereinigten Königreich verlängerten sich die Lieferzeiten um mehrere Monate. Bestellen kann man weiterhin – der Verkauf ist nicht komplett eingestellt, lediglich der erste Vorrat an Geräten mit kurzer Lieferzeit ist erschöpft. Im Apple-Onlineshop wurde die Zahl der iPhone Duo-Geräte pro Kunde offenbar auf zwei begrenzt, um Wiederverkäufer vom Großeinkauf abzuhalten.

Aus Sicht der öffentlichen Wahrnehmung ist das für Apple das ideale Szenario. Das Gerät ist noch nicht einmal in den Verkaufsregalen angekommen, und schon stehen Käufer Schlange. So wird das Smartphone nicht einfach zu einem teuren Produkt, sondern zu einem Gerät, nach dem man regelrecht suchen muss.
Allerdings wissen wir nicht, wie viel Apple selbst zu dieser Knappheit beigetragen hat. Das Unternehmen hat keine Vorbestellungszahlen veröffentlicht, daher ist unklar, ob die Nachfrage tatsächlich so hoch ist oder ob das Angebot schlicht begrenzt war. Einige Medien berichteten bereits vor Verkaufsstart von Produktionsproblemen: Die Herstellung eines faltbaren Smartphones ist schwieriger und dauert länger als bei einem gewöhnlichen Smartphone mit festem Gehäuse – zusätzlich zu den branchenweit bekannten Problemen mit der Komponentenversorgung.

Die wichtigste Frage bleibt offen: Wie viele Geräte wird Apple verkaufen, wenn der Hype nachlässt? Die frühen Vorbestellungen zeigen, dass die treuesten Fans bereit sind, für das neue Gerät zu bezahlen. Doch sobald die „Hardcore-Fans“ versorgt sind, sind die Durchschnittskäufer an der Reihe – und sie achten gewöhnlich deutlich stärker auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Stärken des iPhone Duo: Was frühen Nutzern gefiel
Die ersten Tests zum iPhone Duo erschienen noch vor dem offiziellen Verkaufsstart. Einige glückliche Tester konnten das Gerät mehrere Tage lang ausprobieren: Sie prüften das Scharnier, beurteilten die Displayqualität und testeten die Softwarefunktionen. Welche besonderen Stärken heben die Nutzer hervor?
Pluspunkt eins: ein großes, praktisches Display
Aufgeklappt eignet sich das 7,6-Zoll-Display hervorragend zum Lesen von Artikeln, Videoschauen, Arbeiten mit Dokumenten und gleichzeitigen Nutzen zweier Apps. Auf der einen Seite kann man einen Browser öffnen und auf der anderen Notizen. Man kann Produkte vergleichen, ohne ständig zwischen Tabs wechseln zu müssen, oder neben einem Dokument einen Videoanruf laufen lassen. Für Menschen, die viel am Smartphone arbeiten, können solche Anwendungsmöglichkeiten tatsächlich Zeit sparen.

Pluspunkt zwei: Die Falte ist kaum sichtbar
Das auffälligste Merkmal faltbarer Smartphones ist die Falte im Innendisplay. Seit mehreren Generationen versuchen die Hersteller, sie weniger sichtbar zu machen. Apple hat das Problem nahezu gelöst – nicht nur durch die Konstruktion des Panels, sondern auch mit einer Nanotextur-Beschichtung, die reflektiertes Licht streut. Blickt man gerade auf den Bildschirm, ist die Falte unsichtbar.
Pluspunkt drei: Scharnier und Verarbeitungsqualität
Eine weitere Stärke des Duo ist sein solides Gesamtgefühl. Das Scharnier bewegt sich gleichmäßig, und die beiden Gehäusehälften halten im zusammengeklappten Zustand fest zusammen. Für Videoanrufe, Clips oder die Anzeige von Informationen auf einem Tisch lässt sich das Smartphone in verschiedenen Winkeln aufstellen. Wie langlebig es tatsächlich ist, wird sich erst bei längerer Nutzung zeigen. Nach den ersten Stunden haben die Tester jedoch nichts an der Verarbeitungsqualität auszusetzen.

Pluspunkt vier: gute Leistung und Akkulaufzeit
In Benchmarks lag die Leistung des Geräts auf einem ähnlichen Niveau wie beim iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max. Die Benutzeroberfläche läuft flüssig, Apps wechseln schnell, und beim Multitasking gibt es keine spürbaren Verzögerungen. Das Gehäuse des Duo kann etwas wärmer werden als das des iPhone 18 Pro, was die Leistung jedoch nicht nennenswert beeinträchtigt. Auch die Akkulaufzeit überzeugt: Bei moderater Nutzung kommt das Duo einen ganzen Tag ohne Ladegerät aus.
Wie sich zeigt, liegt das Duo bei Leistung und Akkulaufzeit nicht hinter Apples Spitzenmodellen zurück und bietet zusätzlich ein faltbares Display. Die Frage ist, ob das den Preis rechtfertigt.
Die Schwächen des iPhone Duo: Wofür Käufer wirklich bezahlen
Der größte Nachteil des Duo ist der Preis – das war schon seit der Vorstellung des Geräts klar. Die Basisversion mit 256 GB kostet ab 1.999 Dollar. Bei einem solchen Preis dürfen Käufer mehr erwarten als nur eine ungewöhnliche Bauweise: Das Gerät sollte günstigere Modelle klar übertreffen. Doch diesen Vorsprung gibt es nicht. Das iPhone 18 Pro, das rund 800 Dollar weniger kostet, bewältigt fast dieselben Aufgaben und macht bei den Kameras sogar bessere Aufnahmen als das neue Foldable.
Was stört einige Nutzer konkret?
Minuspunkt eins: schwächere Kameras als beim iPhone 18 Pro
Auf dem Papier wirken die beiden 48-Megapixel-Module überzeugend: eine Hauptkamera und eine Ultraweitwinkelkamera – dieselbe, die auch im iPhone 18 Pro steckt. Der entscheidende Unterschied zu den Spitzenmodellen ist jedoch, dass dem Duo ein Teleobjektiv fehlt. Der zweifache Zoom entsteht hier durch einen Ausschnitt aus dem Hauptsensor, und alles darüber hinaus ist digitaler Zoom. Außerdem basiert die Hauptkamera nicht auf dem neuen Modul des iPhone 18 Pro. Die von Apple in diesem Jahr vorgestellte variable Blende fehlt dem Foldable daher ebenfalls. Der Grund ist einfach: Im dünnen Klappgehäuse ist kaum Platz für große Optiken und zusätzliche Module. Das fehlende Teleobjektiv, das Gewicht und die Platzierung von Touch ID gehören zu den Nachteilen, die Tester am häufigsten erwähnen. Bei alltäglichen Fotos fällt der Unterschied kaum auf, aber wer häufig Porträts oder weit entfernte Motive fotografiert, dürfte mit dem faltbaren iPhone weniger glücklich werden.
Minuspunkt zwei: Gewicht und Dicke – kompakt, aber mit Einschränkungen
Apple betont, dass das Duo im zusammengeklappten Zustand bequem in die Tasche passt. Kompakt heißt aber nicht leicht. Das Gerät wiegt 254 Gramm, und bei längerer einhändiger Nutzung wird es anstrengend. Den bekannten Test „Kann man es mit einem Daumen aufklappen?“ besteht es nicht: Mit einer Hand lässt es sich nicht öffnen, weil das Scharnier einiges an Kraft erfordert. Das ist kein Ausschlusskriterium, denn für die meisten Funktionen braucht man nicht beide Hände gleichzeitig. Trotzdem muss man sich daran gewöhnen.

Minuspunkt drei: mäßiger Klang
Einige Tester merkten an, dass die eingebauten Lautsprecher leiser und weniger voll klingen als die des iPhone 18 Pro. Sollte sich dieser Eindruck bei gewöhnlichen Nutzern bestätigen, wirkt die Positionierung des Duo als Gerät, auf dem man bequem ohne Kopfhörer Filme und Clips ansehen kann, fragwürdig.
Minuspunkt vier: unklare Langzeitbeständigkeit
Frühe Tests vermitteln einen Eindruck von der Verarbeitungsqualität, können aber nicht vorhersagen, wie sich das Gerät nach einem Jahr oder länger schlagen wird. Wird das Scharnier mit der Zeit Spiel bekommen? Wie oft werden Reparaturen nötig sein? Diese Fragen sind vorerst offen. Erweist sich das faltbare iPhone als zuverlässig, könnte das Duo den Grundstein für eine völlig neue Produktreihe legen. Sollten jedoch regelmäßig Berichte über Probleme mit Display und Scharnier auftauchen, werden selbst starke Verkaufszahlen zum Start Apple nicht vor einem Imageschaden bewahren. Denn Mängel, die man einem gewöhnlichen Spitzenmodell verzeiht, sind bei einem 2.000-Dollar-Gerät unverzeihlich.
Memes zum iPhone Duo: Worüber sich die Leute lustig machen
In den sozialen Medien wurde das iPhone Duo schnell zur Zielscheibe für Spott. Selbst Apples Konkurrenten konnten sich einen Kommentar nicht verkneifen, darunter Samsung. Das südkoreanische Unternehmen erinnerte den US-Konzern umgehend daran, dass es bereits seit 2019 Foldables herstellt – und machte nebenbei Werbung für die eigenen Geräte. Der am häufigsten geteilte Beitrag stammte von Samsung Mobile US und bot Apple sinngemäß an, Bescheid zu geben, „wenn ihr fertig seid, die Reste aller anderen aufzuwärmen“.
Duolingo, das Unternehmen hinter der Sprachlern-App, machte sich über den Namen „Duo“ lustig und setzte sein Maskottchen auf den Bildschirm des Smartphones. Es sah beleidigt aus, weil sein Name ohne Erlaubnis verwendet worden war.
Die Reaktionen in Foren und Diskussionsrunden fielen gemischt aus. Einige Nutzer loben das Design, andere sehen keinen Grund, ihr normales Smartphone gegen ein sehr teures Gerät einzutauschen, das günstigere Spitzenmodelle von Apple nicht übertrifft. Besonders beliebt waren Witze über den Preis – solche Späße begleiten so gut wie jedes teure Apple-Produkt – sowie über den Nutzen und die Alltagstauglichkeit für durchschnittliche Nutzer.
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Der Verkauf des iPhone Duo hat gerade erst begonnen. Es ist also noch zu früh, um endgültig zu beurteilen, ob Apples Gerät mit Begeisterung oder Enttäuschung aufgenommen wurde. Viele Käufer werden ihr Exemplar erst im Januar 2027 erhalten. Das dürfte in den sozialen Medien mit ziemlicher Sicherheit eine neue Diskussion über die Stärken und Schwächen des Duo auslösen.
Sind die Verbraucher letztlich zufrieden, könnte das iPhone Duo ein neues Kapitel in der Geschichte des iPhone einläuten. Apples Konkurrenten müssten dann nachlegen, und faltbare Smartphones würden erschwinglicher und verbreiteter. Es ist aber auch möglich, dass das Duo ein Nischenprodukt bleibt, das vor allem bei Gadget-Fans und Berufstätigen beliebt ist, die beruflich ein faltbares Display benötigen.
Sicher lässt sich derzeit sagen, dass Apple es geschafft hat, die Vorstellung eines faltbaren iPhone zu einem Großereignis zu machen. Das Duo ist bereits zu einem begehrten Objekt geworden, muss sich aber noch im Alltagseinsatz durch die breite Masse bewähren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Apple dieses Interesse in nachhaltigen Erfolg verwandeln kann.





