Pight im Test: Ein Puzzlespiel ohne Schnickschnack
7.5Pight ist ein minimalistisches Puzzlespiel, inspiriert von der Redstone-Mechanik aus Minecraft (einem abbaubaren Material, das Signale übertragen kann) – allerdings ohne übermäßige Komplexität und Crafting. Jedes Level ist eine kleine Logikaufgabe: Mit Kolben und besonderen Blöcken müsst ihr so hantieren, dass am Ende eine Lampe leuchtet. Das Studio Mindlabor ist in diesem Genre kein Neuling: Zuvor veröffentlichte es bereits die Puzzlespiele Quadrata, Lovux und Netoo, die auf Steam allesamt positive Bewertungen erhielten. Doch wie gut ist das neue Spiel geworden? Finden wir es heraus.
Plattform: PC (Intel Core i5-9400F, AMD Radeon RX 6600, 16 GB RAM);
Spielzeit: 5 Stunden.
Systemanforderungen:
Minimum: Intel Celeron, Intel HD Graphics, 1 GB RAM.
So funktionieren die Rätsel
Im Mittelpunkt von Pight steht, wie bereits in der Einleitung erwähnt, eine einfache Idee: Mit Kolben und besonderen Blöcken soll eine Lampe zum Leuchten gebracht werden. Doch diese Einfachheit täuscht. Zu Beginn habt ihr nur einen Kolben, der einen benachbarten Block verschiebt. Nach und nach kommen neue Elemente hinzu: klebrige Kolben, die Blöcke nicht nur schieben, sondern auch ziehen; Dynamit, das Hindernisse sprengt; Portale zur Teleportation und weitere Mechaniken.
Das Spiel verschwendet keine Zeit mit Handbüchern oder eingeblendeten Hinweisen. Stattdessen erschließt ihr euch die Regeln selbst – durch Ausprobieren, Fehler und genaues Beobachten. So kommt das ursprüngliche Gefühl zurück, ein Rätsel wirklich selbst zu lösen, statt erst eine Anleitung dazu zu lesen.
Etwa alle 10 Level kommt ein neuer Blocktyp oder eine neue Regel hinzu – insgesamt gibt es im Spiel 8 verschiedene Mechaniken. Kaum habt ihr euch an die verfügbaren Werkzeuge gewöhnt, wirft das Spiel ein neues in den Mix und zwingt euch, euren Lösungsansatz zu überdenken.
Die unbegrenzte Rückgängig-Funktion ist ein entscheidendes Detail, das selbst die schwierigsten Level angenehm spielbar macht. Ihr könnt ohne Angst vor Fehlern experimentieren, verschiedene Strategien ausprobieren und misslungene Züge zurücknehmen. Dieser Ansatz der Entwickler ermutigt zu mutigen Entscheidungen und mindert den Frust, wenn etwas schiefgeht.
Außerdem gibt es einen Level-Editor – ein netter Bonus für alle, denen die Hauptkampagne nicht reicht. Damit könnt ihr eigene Rätsel erstellen und über die 90 vorgefertigten Level hinaus experimentieren. Eigene Kreationen lassen sich bislang allerdings weder teilen noch die anderer herunterladen: Der Editor ist eine rein private Sandbox für eure eigenen Ideen.
Was halten Sie von Rätseln, die die Regeln überhaupt nicht erklären und Sie zwingen, alles selbst herauszufinden?
Interface und Sound
In Pight gibt es kein einziges Wort – weder im Menü noch auf dem Levelbildschirm. Das ist eine mutige Entscheidung, die voll aufgeht: Euer Blick wird nie vom Raster, den Blöcken und dem Ziel abgelenkt. Alle wichtigen Informationen vermittelt das Spiel durch Farben, Formen und Animationen. Die Bewegungen sind flüssig und klar nachvollziehbar: Ihr seht jederzeit, wohin ein Block bewegt wurde und was sich durch eure Aktion geändert hat.
Die Musik ist ruhig und atmosphärisch, ohne abrupte Wechsel. Sie drängt sich nicht auf und nervt nicht, sondern hilft euch, euch auf die Lösung zu konzentrieren. Die kurzen, griffigen und kaum wahrnehmbaren Soundeffekte bestätigen jede Interaktion und vermitteln das Gefühl, tatsächlich etwas zu steuern, statt nur auf ein Bild zu klicken.
Die Steuerung funktioniert gleichermaßen bequem mit Maus und Tastatur wie mit Gamepad – beides wird unterstützt. Dank der Versionen im App Store und bei Google Play könnt ihr Pights Rätsel auch unterwegs lösen und die Blöcke einfach mit dem Finger verschieben. Falls ihr nach weiteren Spielen sucht, die euch auf Reisen kaum loslassen, findet ihr hier unsere Übersicht der besten süchtig machenden Handyspiele für Android und iPhone.
All das – die Stille, die flüssigen Bewegungen und der Minimalismus – schafft eine ganz besondere, meditative Atmosphäre. Pight schreit nicht, hetzt euch nicht und geht euch nicht auf die Nerven. Es wartet einfach, bis ihr den richtigen Zug findet.
Wer Rätsel mag, bei denen es auf Details und das Bilden logischer Schlussfolgerungen ankommt, dürfte auch Detektivspiele schätzen. Unsere Übersicht der besten Detektivspiele für PC und Konsolen versammelt Titel für jeden Geschmack – von klassischen Ermittlungen bis hin zu Horrorspielen und Detektiv-Simulationen.
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Pight ist ein kurzes, ruhiges und unterhaltsames Puzzlespiel. Es versucht nicht, euch mit einer Geschichte oder spektakulärer Grafik zu beeindrucken – es lässt euch einfach Rätsel lösen, und das macht es gut.
Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: Die Spielmechaniken bieten nichts grundlegend Neues. Unter den vielen Logikspielen auf dem Markt hebt sich Pight nicht durch ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal ab. Und gegen Ende machen sich die wiederholenden Kniffe bemerkbar.
Für einen ruhigen Abend oder als Zeitvertreib am Wochenende ist es eine ausgezeichnete Wahl. Das Spiel fesselt genau genug, um ein paar Stunden angenehm zu füllen. Wer einfache Logikspiele ohne unnötigen Schnickschnack vermisst, sollte sich Pight unbedingt näher ansehen.



