Project S.U.N.D.I.A.L. Vorschau – Ein Top-Down-Extraction-Shooter im Hands-on
Project S.U.N.D.I.A.L ist ein Top-Down-Extraction-Shooter, der derzeit als Playtest verfügbar ist. Momentan kannst du nur solo spielen. Auf die Frage nach dem Release sagte der Entwickler, dass das Spiel frühestens im März 2027 erscheint. Meine Zeit mit der aktuellen Build begann mit dem Tutorial, ging mit einem Gewehr weiter, das ich versehentlich zerlegt hatte, und endete damit, dass ich den Ausgang auf der Stadtkarte nie fand. Hier ist die ganze Geschichte.
Spielzeit: 3 Stunden.
Ein Tutorial, das mehr Fragen aufwarf, als es beantwortete
Als Erstes schickt dich Project S.U.N.D.I.A.L ins Tutorial. Dir wird gesagt, dass du dich in einer Art Basis befindest, aber wie genau du dorthin gekommen bist, wird nie wirklich erklärt. Die Hauptfigur hat eine Kopfverletzung erlitten, und damit endet die Einführung auch schon. Danach musst du selbst herausfinden, wie alles funktioniert. Bevor es losgeht, kannst du einen Charakter erstellen. Du wählst einen Mann oder eine Frau und passt Frisur und Gesicht an. Bei zwei weiteren Einstellungen habe ich nie herausgefunden, wozu sie gut sind. Ich habe einfach irgendetwas eingestellt und weitergemacht.
Das Tutorial lässt sich überspringen. Die Schaltfläche ist direkt auf dem Bildschirm zu sehen, du musst diesen langen Durchlauf also nicht absolvieren. Ich habe es trotzdem durchgespielt, und einige Informationen waren hilfreich. So habe ich etwa etwas über Crafting, den Sanitäter, das Zerlegen von Gegenständen und den Ausbau der Basis gelernt.
Beim Ausbau bin ich auf ein Problem gestoßen. Das Spiel sagte mir, dass ich Räume verbessern kann, erklärte aber nicht, wie das eigentlich geht. Es gab einen Fitnessraum, der vermutlich irgendwie die Ausdauer beeinflussen sollte. Ich drückte jede Taste auf der Tastatur, aber nichts passierte. Kein Menü erschien, kein Fenster öffnete sich, und das Spiel gab auch keinen Hinweis auf die richtige Aktion. Vielleicht war dieser Inhalt gesperrt. Vielleicht habe ich einfach die richtige Taste nicht gefunden.
Insgesamt zeigt dir Project S.U.N.D.I.A.L im Tutorial eine ganze Menge, führt die Erklärungen aber nicht immer weit genug aus, um wirklich hilfreich zu sein. Du erfährst, dass es eine Funktion gibt. Danach bist du auf dich allein gestellt.
Die Basis, Crafting und ein versehentlich zerlegtes Gewehr
In der Basis gibt es einen Sanitäter. Nach einem Raid kannst du dich von ihm behandeln lassen. Je nachdem, was dir in der Stadt zugestoßen ist und wie lange du dort warst, musst du dich erholen, bevor du wieder losziehst.
Auch Crafting ist mit dabei. Gegenstände, die du in der offenen Welt findest, kannst du zu Medkits und anderen nützlichen Dingen verarbeiten. Außerdem kannst du Essen zubereiten, das, soweit ich verstanden habe, zusätzliche Effekte verleiht. Essen und Medizin habe ich kaum benutzt, weil meine Raids endeten, bevor ich das ganze System richtig durchschauen konnte. Gegenstände lassen sich zu Metall oder anderen Materialien zerlegen. Die Mechanik ist simpel, hätte mich aber beinahe meine Waffe gekostet. Ich zerlegte versehentlich mein Gewehr: Ich wählte einfach den falschen Gegenstand aus – und schon war die Waffe weg. Danach musste ich zum Waffenhändler gehen und mir ein neues kaufen.
Geld wird sofort ausgegeben. Zu Beginn hatte ich standardmäßig etwa 2.000 $ in meiner Tasche. Wenn du stirbst, bekommst du das Geld nicht zurück. Auch die zuvor gekaufte Waffe ist dann weg. Beim nächsten Raid musst du dir deine Ausrüstung wieder von Grund auf zusammenstellen. In der Basis gibt es einen Händler namens Volkov. Er verkauft Munition, Medkits, Kleidung, Waffen und Rucksäcke. Und wenn dir die düstere Atmosphäre aus Ruinen, Strahlung und Überlebenskampf gefällt, wirf einen Blick auf unsere Auswahl der besten postapokalyptischen Spiele.
Spielst du Extraction-Shooter?
Die Kiste nach dem Tod
Nach der Rückkehr zur Basis musst du wieder zur Starterkiste gehen. Darin befinden sich ein Gewehr, eine Pistole, eine Taschenlampe, Kleidung, Schuhe, Handschuhe, eine Hose und ein Chest Rig. Dazu kommen Munition, Verbände und Heilgegenstände. Dieses Set steht bei jedem neuen Raid bereit. Das Problem: Alle Gegenstände müssen manuell verschoben werden. Eine Schaltfläche für „Alles nehmen“ konnte ich nicht finden. Du nimmst einen Gegenstand mit der Maus und ziehst ihn ins Inventar. Dann den nächsten. Und noch einen.
Die ersten paar Male ist das noch erträglich. Du siehst dich um, gewöhnst dich an die Abläufe und sammelst deine Ausrüstung zusammen. Doch wenn du bei fast jedem Raid stirbst, wird der Vorgang schnell zur lästigen Pflicht. Wieder die Kiste öffnen. Die Waffe erneut hinüberziehen. Die Kleidung wieder. Munition und Verbände wieder. Nach dem dritten oder vierten Durchlauf wünschst du dir einfach, dass sich das Spiel deine Ausrüstung merkt.
Als ich nach einem weiteren Tod wieder Gegenstände verschob, fiel mir irgendwann auf, dass meine Taschenlampe fehlte. Sie war einfach verschwunden. Einen der nächsten Raids musste ich ohne sie bestreiten.
Dialoge mit Schreibmaschinenklackern
Quests erhältst du von NPCs in der offenen Welt und in der Basis. Du gehst zu einer Figur, öffnest das Dialogfenster und liest den Text. Sprachausgabe gibt es nicht. Stattdessen hörst du Schreibmaschinenklackern, während jeder Buchstabe erscheint.
Das Geräusch ist sehr laut. Ich spielte über Lautsprecher und drehte die Lautstärke schließlich fast ganz herunter, nur damit ich das Geklapper nicht hören musste. In den Einstellungen fand ich keine Möglichkeit, es auszuschalten. Bei längeren Texten wird das Schreibmaschinenklackern nerviger als der Dialog selbst. Vielleicht stört der Effekt manche Leute nicht. Mich hat er die ganze Zeit gestört. Die Figur hat noch kein Wort gesagt, und du denkst nur daran, wie du dieses Geräusch abstellen kannst.
Eine Stadt ohne Karte
Im Moment gibt es im Spiel nur eine Stadt – Novigrad. Ich bin mir nicht sicher, ob der Name auf etwas anspielt. In der Stadt kannst du Gebäude betreten und nach Gegenständen suchen. Beute liegt an verschiedenen Orten herum und lässt sich außerdem bei besiegten Gegnern finden.
Menschen lassen mehr nützliche Beute fallen: Waffen, Ausrüstung und Medizin. Die meisten tragen allerdings Rüstungen und sind deshalb schwerer zu erledigen. Monster und Ratten sind weniger geschützt und sterben schneller. Von ihnen erhältst du häufiger Metall fürs Crafting und Gegenstände, die sie offenbar beim Herumstreunen gefunden oder gefressen haben. Außerdem gibt es Hunde. Sie streunen durch die Stadt, sind aber für sich genommen nicht gefährlich. Wenn du lieber in einer Stadt auf wandelnde Tote statt auf Ratten treffen möchtest, schau dir unsere Auswahl der besten Zombie-Spiele an.
Mein größtes Problem war die fehlende Karte. Ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte oder wo der Ausgang lag. Man kann lange durch Gebäude streifen, Gegenstände einsammeln und auf Gegner treffen – und sich dann schlicht verlaufen. Einen einzigen Raid mit erfolgreicher Extraktion habe ich nie geschafft. Dazu kommt, dass Gegner manchmal hinter deinem Rücken spawnen. Du betrittst einen Raum – niemand da. Du gehst weiter, kommst zurück, und plötzlich steht ein Gegner direkt neben dir. Ich konnte mit dem Plündern anfangen, mich vom Inhalt einer Kiste ablenken lassen und dann von hinten getroffen werden. Manchmal konnte ich nicht einmal erkennen, woher der Angreifer gekommen war.
Taschenlampe, Dunkelheit und Waffenwechsel
Nachts wird die Stadt zu einem fast vollständig schwarzen Bildschirm. Die Taschenlampe hilft ein wenig, aber nur innerhalb ihres Lichtkegels. Befindet sich ein Gegner außerhalb des beleuchteten Bereichs, kannst du ihn nicht sehen. Erst wenn der Lichtkegel ihn erfasst, wird er sichtbar. Bis dahin kannst du mit etwas Glück direkt an ihm vorbeilaufen. Das Spiel weist ausdrücklich darauf hin, dass du die Taschenlampe an deiner Waffe befestigen und so gleichzeitig mit Licht und Gewehr unterwegs sein kannst.

Gegenstände wechselst du mit den Zifferntasten 1 bis 5 oder über ein Radialmenü. Eigentlich einfach genug, aber in der Dunkelheit bringt dich jede zusätzliche Bewegung schon aus der Ruhe. Vor allem, wenn du weißt, dass ein Gegner in der Nähe auftauchen könnte, und statt eines Gewehrs eine Taschenlampe in der Hand hältst. Einmal erschienen während eines Regens weiße Tropfen oder Schneeflocken in der Luft. Ich habe nie herausgefunden, was genau das war. Soweit ich feststellen konnte, hatte es keinerlei Auswirkungen auf meine Umgebung. Es wurde einfach noch dunkler und schwerer, etwas zu erkennen.
Es gibt radioaktiven Regen. Er baut einen eigenen negativen Effekt auf, der dich töten kann. Gleichzeitig musst du Essen, Wasser und Schlaf im Auge behalten. Sinkt der Schlafwert auf null, stirbt dein Charakter mitten im Raid und kehrt zur Basis zurück. Dann geht es wieder zur Kiste, an die Kleidung und ans Rätseln, wohin man überhaupt muss. Wenn dir solche Survival-Systeme liegen, findest du in unserer Auswahl der besten Survival-Spiele für PC reichlich davon.
Brauchen Extraction-Shooter eine Karte?
Quests, die ich nicht abschließen konnte
In der Basis und in der Stadt gibt es Figuren, die Aufgaben verteilen. Manche verlangen, dass du eine bestimmte Zahl an Gegnern tötest. Andere schicken dich los, um Gegenstände zu finden und zurückzubringen. So kann es etwa heißen, dass du zehn Gegner eines Typs oder fünf eines anderen erledigen sollst. Die Aufgaben selbst sind verständlich. Das Problem: Ich habe es nie geschafft, den Extraktionspunkt zuverlässig zu erreichen. Deshalb konnte ich die gefundenen Gegenstände nicht zurückbringen und den Leuten in der Basis übergeben.
Vor dem Aufbruch warnt dich das Spiel außerdem. Wenn du dich nicht ausreichend geheilt oder vergessen hast, dich vorzubereiten, erinnert dich das System daran. Das ist praktisch, denn nach mehreren Toden verfällt man in den Autopilot: Waffe nehmen, Munition hinüberziehen, losgehen. Erst danach fällt einem wieder ein, dass man kaum noch Lebenspunkte hat.
Ich bin oft gestorben. Manchmal wusste ich auch warum: Ein Gegner war in der Nähe, mir fehlte Feuerkraft, ich hatte die Strahlung nicht bemerkt oder war zu lange in der Stadt geblieben. Manchmal verstand ich einfach nicht, was passiert war. Es gab keine Karte, ich konnte mich nur schwer orientieren, Gegner tauchten an Stellen auf, an denen Sekunden zuvor niemand gewesen war, und die Dunkelheit machte es schwer, überhaupt etwas zu erkennen.
Wer mit dem Genre bereits vertraut ist, könnte genau darin den Reiz sehen. Hier musst du dir Wege einprägen, deine Vorräte im Blick behalten, verstehen, was du aufheben, zerlegen oder verkaufen kannst, und bei jedem Raid eine riskante Entscheidung treffen.
Momentan ist nur der Solomodus verfügbar, obwohl Project S.U.N.D.I.A.L als PvPvE-Shooter mit Online-Spiel beschrieben wird. Bei meinen Raids waren keine anderen Spieler dabei. Dafür gab es menschliche Gegner, Monster, Ratten, Hunde, radioaktiven Regen und die wachsende Gewissheit, dass der Ausgang wohl irgendwo in einer anderen Stadt lag.
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Project S.U.N.D.I.A.L bietet bereits ein solides Mechanikpaket für einen Extraction-Shooter: eine Basis mit Sanitäter und Händler, Crafting und das Zerlegen von Gegenständen, ein Survival-System mit Essen, Schlaf und radioaktivem Regen, Quests von NPCs sowie eine stimmungsvolle nächtliche Stadt, in der dich jeder Raid auf Trab hält. Natürlich handelt es sich um einen Playtest, und mit Ecken und Kanten ist zu rechnen. Dem Tutorial fehlt es an Details, die Vorbereitung auf Raids ließe sich mit einer Schaltfläche für „Alles nehmen“ vereinfachen, und eine Karte würde die Orientierung in Novigrad deutlich erleichtern. Doch all diese Probleme lassen sich beheben. Für Fans von Hardcore-Spielen, die sich Wege einprägen und bei jedem Raid Risiken eingehen, sieht das Fundament bereits vielversprechend aus. Da der Release frühestens im März 2027 erwartet wird, hat der Entwickler Zeit, die Benutzeroberfläche zu überarbeiten und den angekündigten PvPvE-Modus einzubauen. Wenn das gelingt, hat S.U.N.D.I.A.L. alle Chancen, ein interessanter Genrevertreter zu werden, den man auf jeden Fall im Auge behalten sollte.











